A night in the city

A night in the city

01 The city (part 1)
02 Fruit and vegetables (part 1)
03 Will Joad
04 The old man from the first floor
05 The city (part 2)
06 Shattered dreams
07 Behind a mask (part 1)
08 Jennifer
09 Behind a mask (part 2)
10 Just a little bit of love
11 All this years
12 The city (part 3)
13 Boredom and fear
14 Thoughts of a sleepless night
15 The city (part 4)
16 The jester
17 Fruit and vegetables (part 2)

german flag


Eine Nacht in der Stadt

Die Stadt (Teil 1)

Das Geräusch meiner Schritte
Verschmilzt mit dem Straßenlärm
Ich schlendere gedankenverloren durch die Straßen.

Jemand stößt mich an,
Murmelt eine Entschuldigung während er weitergeht
Herausgerissen aus meinen Gedanken schaue ich mich um.

Über den Straßenschluchten
Verschwendet das Tageslicht noch ein letztes „Auf Wiedersehen“
Der Nieselregen auf dem Asphalt reflektiert das Neonlicht.

Die U-Bahnhöfe spucken immer noch Menschen aus,
die von der Arbeit kommen.
Ein geschäftiger Tag neigt sich langsam dem Ende zu.

Ladenbesitzer schließen ihre Läden
Ein Kellner faltet in einem Restaurant Servietten
Die Stadt bereitet sich auf die Nacht vor.

Namenlose Menschen eilen vorbei
Hin und wieder gibt es einen flüchtigen Blick
Namenlose Gesichter mit unbekannten Geschichten dahinter.

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Obst und Gemüse (Teil 1)

Der Mann schaut für eine ganze Weile auf seine Hände
In letzter Zeit gibt es nicht viel zu tun
Er versucht die Erinnerung nicht zuzulassen, versucht, sein Gehirn und seine Gedanken zu verschließen
Versucht, nicht in seinem Geschäft herumzustarren.

Nicht all die vertrauten Dinge zu sehen
Nicht die Photos an der Wand genau zu betrachten
Photos seiner Kinder, die in einem Olivenhain spielen
Seine geliebte Frau in ihrem neuen Kleid.

Er verscheucht die aufkommenden Erinnerungen
Zum Glück ist es Zeit, den Laden zu schließen
Er geht hinaus auf den Bürgersteig, um die Auslagen hereinzuholen
Ein Mann in einem grauen Mantel rennt ihn fast um
Es hat begonnen zu regnen.

Ihm fällt auf, dass die junge Frau heute spät dran ist
Die, die immer so traurig aussieht
Die, mit der er es nicht schafft, ein paar Worte zu sprechen
Sie kommt nur herein, kauft zwei Orangen und hastet davon.

Er kann sich nicht selbst betrügen-
die Erinnerungen kommen
Seine geliebte Frau, die seit fünf Jahren tot ist
Sie hat sich nie über seine verrückten Ideen beschwert
Sie war eine begnadete Köchin, er vermisst sie immer noch.

Seine geliebten Kinder, die ihr eigenes Leben leben
Weit weg von ihm, in anderen Städten
Weit weg von allem, woran er glaubt
Hin und wieder rufen sie ihn an.

Er begreift, dass die junge Frau heute nicht kommen wird
Die, die immer so traurig aussieht.
Die, mit der er es nicht schafft, ein paar Worte zu sprechen
Sie kommt nur herein, kauft zwei Orangen und hastet davon.

Er löscht die Lichter im Laden
Geht hinauf in seine Wohnung und schaltet den Fernseher ein
Er trinkt eine Tasse starken Mokkas- allein mit seinen Gedanken
Darauf wartend, dass die Nacht kommt.

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Will Joad

Will Joad ist ein unscheinbarer Mann
Der immer versucht, das Beste zu tun, was er kann
Ein bescheidener Mann mit bescheidenen Hoffnungen
Ein kleiner Mann in einem schäbigen grauen Mantel
Er hat nie viel von seinem Leben erwartet
Nur ein kleines Heim für sich und seine Frau
Jetzt wird die Bank ihnen ihr Haus wegnehmen.

Er hatte vor sechs Wochen seine Arbeit verloren
Sie sagten ihm lediglich, sie bräuchten ihn nicht mehr
Er wurde durch Maschinen ersetzt
Nachdem er 28 Jahre lang dort gearbeitet hatte.
Die Raten für das Haus kann er nicht mehr bezahlen
Es fühlt sich an, als würde ihm der Boden unter den Füßen weggezogen.

Als er ein Kind war, träumte er, er könne fliegen
Hoch über den Häusern und in den Himmel
Jetzt verfolgt ihn jede Nacht ein anderer Traum
Er fällt und fällt bis er von seinem eigenen Schrei aufwacht.

Will hat den ganzen Tag über nach Arbeit gesucht
Wieder gab es nur Absagen
Jetzt irrt er ziellos durch die Straßen
Er traut sich nicht, nach Hause zu gehen.
Seine Frau glaubt, er sei in der Arbeit
Er traut sich nicht, es ihr zu sagen
Jeden Morgen gibt sie ihm einen Abschiedskuss für den Arbeitstag.

Eine tote Katze an der Straßenseite
Lässt ihn einen Augenblick innehalten
Verloren in Gedanken an den Himmel und das Paradies
Stößt er die Katze von Zeit zu Zeit an.
Letztendlich ist er am Leben
Er muss nach Hause gehen und mit seiner Frau sprechen
Sie haben immer noch sich, es muss einen Ausweg geben.

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Der alte Mann vom ersten Stock

Der alte Mann vom ersten Stock lebt dort ganz allein
Der alte Mann vom ersten Stock lebt dort nur für sich
In einer Welt aus vergangenen Tagen und Erinnerungen
Die Welt da draußen hat ihn vergessen
Er hat noch nicht einmal einen Fernseher.

Der alte Mann vom ersten Stock denkt an seine Frau
Wie viele Jahre sind vergangen, seit sie gestorben ist
Er vermisst ihre Fröhlichkeit und ihr Lächeln
Und wenn sie getanzt hat
War so ein Funkeln in ihren Augen.

Manchmal, wenn die Einsamkeit sein Herz einschnürt
Und der Tag nicht vorbeigehen will
Lauscht er einer der alten Platten, die sie so gemocht hat
Und wenn er seine Augen schließt, kann er sie tanzen sehen.

Der alte Mann vom ersten Stock sitzt in seiner kleinen Wohnung
Der alte Mann vom ersten Stock wartet auf die Katze
Wartet auf das vertraute Kratzen an der Tür
Sei drei Tagen
Ist die Katze nicht nach Hause gekommen.

Der alte Mann vom ersten Stock vermisst seine Frau
Er vermisst es, mit ihr zu sprechen, vermisst ihr Lächeln
Niemanden, mit dem er Reden kann, nur die Gemeindeschwester, die nach ihm sieht
Doch sie ist immer in Eile
Außerdem spricht zu ihm als sei er ein Kind.

Manchmal, wenn die Leere seine Seele einschnürt
Und die Stille ihm Schmerzen bereitet
Hört er sich die alten Lieder an, die sie so sehr geliebt hat
Und dann schließt er seine Augen und kann sie singen hören.

Der alte Mann vom ersten Stock vermisst seine Frau
Vermisst ihre Freundlichkeit, vermisst ihr Lächeln
Nur manchmal war eine Trauer in ihren Augen
Dann wusste er, dass
Die Schatten der Vergangenheit sie wieder verfolgten.

Sie hat nie über ihre Kindheit berichtet und was damals mit ihr passiert ist
Aber es gab die tätowierte Nummer auf ihrem Arm
Er hatte sich nie getraut, zu fragen.

Der alte Mann vom ersten Stock lebt in seiner kleinen Wohnung
Der alte Mann vom ersten Stock wartet auf seine Katze
Wartet auf dieses vertraute Miauen von draußen
Alles, was er hört, ist Straßenlärm
Der Klang eines Lebens, das ihn zurückgelassen hat.

Manchmal, wenn die Traurigkeit sein Herz einschnürt
Und die Tage nicht vergehen wollen
Manchmal, wenn es sich anfühlt wie einfach nur auf den Tod warten,
Wünschte er sich, er hätte ihr nicht versprochen, sich um die Katze zu kümmern.

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Die Stadt (Teil 2)

Bilder meiner Gedanken
Mischen sich mit dem Licht der Straßenlaternen
Ziellos wandere ich durch die Nacht.

Leuchtende Werbelichter
Unterbrechen die Dunkelheit
Malen farbige Bilder auf den Asphalt.

Dort ist der warme Schimmer von Kerzen
Aus Gaststätten und Restaurants
Hin und wieder dringt ein Lachen durch offene Türen.

Wohnungsfenster
Hell erleuchtet
Viele von ihnen durch das bläuliche Flimmern des Fernsehers.

Menschen schlendern durch die Straßen
Vorbei an Schaufenstern mit ihrer hellen Beleuchtung.
Eine Frau steht an einem Fenster
Und starrt hinaus
Steht dort wie gelähmt.

Ich gehe an tausenden von Fenstern vorbei
Manchmal erhasche ich einen flüchtigen Blick hinein
Tausende von Fenstern mit unbekannten Geschichten dahinter.

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Zerbrochene Träume

Sie steht dort mit Tränen in den Augen
Durch das Fenster auf die untenliegende Straße starrend
Sie steht dort schon seit einer ganzen Weile
Nicht bemerkend, dass das Abwaschwasser kalt wirt
Ihre Gedanken kreisen um die Worte
Die er ihr gestern entgegengeschleudert hat
Er sagte bloß:“ es ist vorbei“
Und irgendetwas über „ein neues Leben beginnen“.
Alles, von dem sie geträumt hat,
Alles, in das sie geglaubt hat
Ihr ganzes Leben wurde gestern Nacht weggeschleudert
Alles, was ihr wichtig war
Alles, für das sie gelebt hat
Ihre ganze Welt zerbrach gestern Nacht.
Ihr ganzes Leben wurde zur Lüge.

Sie hat die ganze Nacht auf ihn gewartet,
Den ganzen Tag über funktioniert wie jeden Tag;
Sie um die Kinder gekümmert, sauber gemacht,
Gewaschen, eingekauft, geputzt und wieder sauber gemacht.
Sie hat das Essen zur gewohnten Zeit (?)vorbereitet,
Und sie stellt ihm einen Teller hin, als sie den Tisch deckt
Da waren die fragenden Blicke ihres ältesten Kindes
Wie erklärt man einem Kind, dass Papa nicht nach Hause kommt?
Alles, von dem sie geträumt hat…

Was ist passiert, wann hat es begonnen?
Wie konnte sie all diese Zeichen ignorieren?
Immer häufiger kam er spät heim nachts.
Es gab schamhaft verborgene Dinge und heimliche Anrufe.
Sie ist einer Selbsttäuschung erlegen, sie wollte es nicht sehen,
Sich selbst überzeugend, dass schon alles in Ordnung ist.
Sie hatte sich an einen schon lange zerbrochenen Traum geklammert
Wird ein Traum zu einer Lüge, wenn er sich verflüchtigt?

Sie erinnert sich an ihre erste Liebe, er war ein Komödiant,
Letztenendes konnte sie seine Unruhe nicht aushalten und hat ihn verlassen,
Alles, was sie wollte, war sesshaft zu werden
Und sie träumte davon, Kinder und eine Familie zu haben,
Ihre Träume schienen wahr zu werden, als sie diesen Mann traf,
Er versprach Sicherheit und Konstanz
Sie heirateten, sie wurde schwanger und gab ihre Arbeit auf,
Ihr Leben schien ein perfekter Traum zu sein.
Nun ist er in Rauch aufgegangen,
Es ist nichts übrig geblieben, scheint es,
Alles, von dem sie geträumt hat…

Ein Geräusch aus dem Kinderzimmer reißt sie aus ihren Gedanken,
Bestimmt hat die Kleine wieder einen Albtraum gehabt.
Eine fröhliche Clique geht in die Kneipe auf der anderen Straßenseite,
Da ist eine Frau, die mit einem Blick voller Schmerz zu ihr hinaufschaut
In diesen Augen sieht sie ihre eigenen Ängste gespiegelt.
Das letzte mal, dass sie ausgegangen ist, ist eine Ewigkeit her.
Sie trocknet ihre Hände ab und wischt die Tränen weg
Dann geht sie zu ihrer Tochter und wiegt sie in den Schlaf.

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Hinter einer Maske (Teil 1)

Sie sitzt in einer Ecke wie gelähmt
Ihr Gesichtsausdruck ist wie versteinert
Sie versteckt sich selbst hinter einer Maske
Niemand sieht, niemand weiß, was in ihr vorgeht.

Sie ist die meiste Zeit still
Ihre Gedanken hinter rätselhaftem Augenausdruck verbergend
Sie versteckt sich selbst hinter einer Maske
Niemand weiß, niemand hört die Schreie in ihr.

Worte dringen nur in Bruchstücken und Wellen zu ihr durch
Gesichter sieht sie wie durch einen Schleier
Sie lebt in einem Kokon hinter einer Wand
Nichts berührt sie – und es gibt keinen Weg heraus.

Furcht vor Ihren Erinnerungen, Furcht vor dem Leben,
Versteckt sie ihre Ängste hinter leeren Augen
Sie versteckt sich selbst hinter einer Maske
Niemand weiß, niemand fühlt die Kälte in ihr.

Furcht vor der Dunkelheit, Furcht vor dem Licht,
Versteckt sie ihre Verzweiflung hinter paranoiden Augen,
Sie versteckt sich selbst hinter einer Maske
Niemand weiß, niemand sieht die Dunkelheit in ihr.

Sie verbringt ihre Tage erstarrt durch ihre Ängste,
Nachts wandert sie umher, sich vor ihren Träumen fürchtend,
Sie lebt in einem Kokon hinter einer Wand
Nichts berührt sie – und es gibt keinen Weg heraus.

Sie versteckt die Narben an ihren Armen und Beinen
Sie fühlt nur etwas, wenn sie sich selbst weh tut
Sie lebt in einem Kokon in immerwährender Dämmerung Ihr Geheimnis hinter ihrer Wand versteckend.

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Jennifer

Missbraucht und vergewaltigt als Kind
Ihrer Kindheit und ihres Lächelns beraubt
Von denen betrogen, denen sie vertraut hat
Verdammt dazu, still zu sein - allein

Sie hat jedes Fenster zu ihrer Seele verschlossen
Jede Tür zu ihrem Herzen
Gefangen in einem Kokon aus Stille und Schmerz
Sie hatte niemals eine Chance.

All diese Nächte, in denen der Schlaf nicht kommen will,
Wenn dieses Gesicht sich zu einer Grimasse verzerrt in der Dunkelheit.
All die Träume, in denen es wieder geschieht,
Es gibt keinen Ausweg, nur Hilflosigkeit und Verzweiflung.
All die Schreie bleiben in ihrem Hals stecken
Herauskommt nur ein stilles Schluchzen –ungehört

Sie hat jedes Fenster zu ihrer Seele verschlossen
Jede Tür zu ihrem Herzen
Gefangen in einem Kokon aus Stille und Schmerz
Sie hatte niemals eine Chance.

Missbraucht und vergewaltigt als Kind
Ihrer Kindheit und ihres Lebens beraubt.

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Hinter einer Maske (Teil 2)

Sie sitzt in einer Ecke wie gelähmt
Ihr Gesichtsausdruck ist versteinert
Sie versteckt sich selbst hinter einer Maske
Niemand sieht, niemand weiß, was in ihr vorgeht.

Ihre Gefühle hinter flackernden Augen versteckend
Ihre Ängste hinter einem irren Lächeln
Sie versteckt sich selbst hinter einer Maske
Niemand sieht, niemand weiß um die Leere in ihr.

Sie erhascht einen kurzen Blick auf ein Mädchen auf der Straße draußen
Sie hat Augen, die zu viel gesehen haben für Kinderaugen
Erinnerungen an eine Kindheit, die zu bald endete
Steigen auf und umklammern ihre Seele.

Nur ein kurzer Blick, aber die Maske droht weggerissen zu werden
Tränen steigen auf –es tut zu sehr weh
Sie flieht zurück in ihren Kokon hinter der Wand
Wo niemand an sie herankommt und aus dem es keinen Ausweg gibt.

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Nur ein bisschen Liebe

Das kleine Mädchen wandert allein durch die Straßen
Ihre dünne Jacke schützt sie nicht vor der Kälte
Sie trägt ein Kuscheltier, das sie fest umarmt
Sie ist viel zu jung um nachts allein in den Straßen umherzuwandern.
Sie ist von zuhause weggelaufen
Sie konnte diese täglichen Kämpfe nicht mehr ertragen
Sie musste sich nicht einmal aus der Tür schleichen,
Sie haben keinerlei Notiz von ihr genommen
Alles, was sie sich wünscht, ist ein bisschen Aufmerksamkeit von Zeit zu Zeit
Nur ein bisschen Wärme
Nur ein bisschen Sicherheit
Nur ein bisschen Liebe.

Es muss Zeiten gegeben haben, als sie noch eine richtige Familie waren
Sie kann sich kaum noch daran erinnern
Es gibt ein zerknittertes Foto, auf dem sie unter einem Weihnachtsbaum zu sehen sind
Papa streichelt ihre Haare und Mama lächelt
Seit Papa seine Arbeit verloren hat gibt es nur noch Zank und Streit
Er ist meist betrunken, wenn sie nach Hause kommt
Wenn er sich in Rage trinkt und Mama wieder schlägt
Wünscht sie sich, unsichtbar zu sein und versteckt sich
Alles was sie sich wünscht, ist ein bisschen Frieden manchmal.
Nur ein bisschen Wärme
Nur ein bisschen Harmonie
Nur ein bisschen Liebe.

Gerade jetzt sieht sie ein verliebtes Paar durch das Fenster eines Restaurants
Sie sind ungefähr in dem Alter von Mama und Papa
Sie halten Hände und sehen sich mit Augen voller Liebe an
Der Mann spricht und sie wünschte, sie könnte hören was er sagt
Sie wünschte, sie könnte bei ihnen sitzen
Nur um für eine Weile Teil dieser Harmonie zu sein
Zwischen Mama und Papa gibt es immer Zank und Streit
Sie kann die Auseinandersetzungen nicht mehr ertragen
Alles, was sie sich wünscht, sind hin und wieder ein paar liebevolle Worte
Nur ein bisschen Wärme
Nur ein bisschen Zärtlichkeit
Nur ein bisschen Liebe.

Das kleine Mädchen wandert alleine durch die Straßen
Ihre dünne Jacke ist feucht, ihr wird kalt
Sie hat ein wenig Angst und weiß nicht, wohin sie gehen soll
So entschließt sie sich, nach Hause zurückzugehen
Sie muss sich nicht einmal hereinschleichen
Sie werden keinerlei Notiz von ihr nehmen
Papa wird vor dem Fernseher schlafen
Mama wird sich in den Schlaf geweint haben.
Alles, was sie sich wünscht, ist ein bisschen Aufmerksamkeit von Zeit zu Zeit
Nur ein bisschen Wärme
Nur ein bisschen Gemütlichkeit
Nur ein bisschen Liebe.

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All diese Jahre

Es gibt einen Film in meinem Kopf
Und er fängt immer wieder von vorn an.
Da ist eine Bushaltestelle, eingehÜllt in einen grauen, wolkenverhangenen Tag
Und ein kalter Wind spielt mit den Tränen eines Jungen.
Noch kein Mann, aber auch kein Kind mehr,
Ich bin das, der dort steht –trotzig und durcheinander.
Ich habe mich gerade von dir getrennt, dich aus meinem Leben geworfen
Zu feige, zu jung, zu schüchtern, mit dieser Liebe umzugehen.
Ich hatte nie gedacht, ich würde dich so sehr vermissen
Zu jung, zu arrogant um zu sehen, was du mir bedeutet hast.
All diese Jahre danach –eine ziellose Flucht.
All diese Jahre habe ich dich vermisst
All diese Jahre…

Es gab Zeiten in denen ich dachte, ich könnte vergessen
Dachte, ich würde die Liebe zu dir überwinden.
Es gab Frauen, die mir ihre Liebe gaben (schenkten?)
Wie viele von ihnen habe ich schlecht behandelt?
Sie berührten meinen Körper, aber niemals meine Seele
Zu hoch war die Mauer, die ich um mein Herz gebaut hatte
Dort hatte ich dich eingeschlossen, und du hast durch meine Träume gespukt
Ein schimmernder Geist der Vergangenheit, unerreichbar für mich
All diese Jahre der Suche –ruhelos und verzweifelt,
All diese Jahre habe ich nach dir gesucht
All diese Jahre…

Und jetzt, fast am Ende meines Weges
Habe ich dich wieder getroffen.
Es ist wirklich selten, dass das Leben einem eine zweite Chance gibt
Werden wir dieses Geschenk mit Vorsicht behandeln?
Werden wir uns sehen, wie wir sind?
Werden wir ehrlich miteinander sein und zu uns selbst?
Werden wir unsere Wunden sehen? Werden wir auf sie achten?
Und werden wir niemals unser Ziel aus den Augen verlieren?
Die verbleibenden Jahre –ich würde es gern versuchen
Den Rest meines Lebens würde ich gern an deiner Seite verbringen
Den Rest meines Lebens…

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Die Stadt
(Teil 3)

Das Geräusch meiner Schritte
Klingt auf dem Asphalt
Ich schlendere kreuz und quer durch die Straßen von Bar zu Bar

Die Straßen sind nahezu verlassen
Es ist spät geworden
Eine ältere frierende Hure wartet noch

Die Stadt gehört nun den Einsamen
Den Heimatlosen, den Gestrandeten
Den Leuten, die nicht wissen, wohin sie gehen sollen

Wie oft wollte ich diese Stadt schon verlassen
Ich habe irgendwie immer meine Chance verpasst
Ich bin gefangen in dieser Stadt, die mich runterzieht

Ein Plakat an einer Wand
Wirbt für die Vorstellung eines Clowns
Die Show ist sicherlich schon vorbei.

Es ist spät, aber ich will noch nicht schlafen
So betrete ich noch eine Kneipe, um noch etwas zu trinken
Ein paar traurige Männer starren still in ihre Gläser

Sie sehen auf, als ich hereinkomme
Ein flüchtiger Blick in einsame Augen
Traurige Gesichter mit unbekannten Geschichten dahinter.

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Langeweile und Angst

John sitzt fast jede Nacht dort
Am Ende der Bar, trinkt Rotwein
Starrt auf sein Glas, trinkt, um zu vergessen, versucht, zu vergessen.
Die Uniformjacke, die er trägt
Ist schäbig und fleckig und hat keine Abzeichen
Er war einmal Soldat, jetzt will er vergessen, versucht zu vergessen.
Er spricht nur, um sich einen Drink zu bestellen
Jede Stunde ein Glas Wein
Und zwei Zigaretten, die Zeit verrinnt, doch die Vergangenheit bleibt.
Er kann die Bilder in seinem Kopf nicht ausradieren
Kann die Erinnerungen, die in sein Gehirn eingebrannt sind, nicht löschen,
Kann nicht vergessen, was er in dem fremden Land gesehen hat.

Als er die Schule beendet hatte, sah er sich nach einer Arbeit um,
Mit seinen schlechten Noten fand er keine
Also ging er in die Armee, sie gaben ihm ein Ziel, ein Zuhause,
Sie lehrten ihn, zu kämpfen, sie lehrten ihn, zu töten
Um sein Land zu verteidigen, so sagten sie,
Er schwor, zu gehorchen, leistete einen Eid auf die Bibel, einen Eid auf die Bibel,
Sie brachten ihn per Schiff in dieses fremde Land
Weit weg von Zuhause und er begann sich zu fragen,
Was muss verteidigt werden, was ist richtig, was falsch?

Er sah die Armut der Menschen dort,
Es gab Hunger und Staub, Tod lag in der Luft
Und Langeweile und Angst sind ein gefährliches Paar, ein gefährliches Paar.
Da war die Verrohung seiner Kameraden
Da war das Töten von Kindern, es gab Folter und Vergewaltigungen
All das passte nicht zu dem geleisteten Eid auf die Bibel.
Er verließ die Armee und fuhr nach Hause
Aber er fand nie zurück in sein Leben.
Er war nie mehr derselbe, nie mehr.
Kann die Erinnerungen, die in sein Gehirn eingebrannt sind, nicht löschen,
Kann nicht vergessen, was er in dem fremden Land gesehen hat.

John stürzt seinen Wein hinunter, zahlt und verlässt die Bar,
Draußen auf de Straße ist stille Dunkelheit
Eine friedvolle Nacht, seine Schritte klingen auf dem Asphalt, klingen auf dem Asphalt,
Ein einziges Fenster ist schwach erleuchtet
Vielleicht ist dort eine weitere verlassene Seele
Die keinen Schlaf findet in dieser Nacht, dieser Nacht.

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Gedanken einer schlaflosen Nacht


Nun, es ist spät
Sie schläft schon seit langer Zeit, er liegt noch wach
Gedanken rauschen vorbei
Und Erinnerungen kommen und verblassen wie im Film
Ihr Gesicht spiegelt ihre Träume
Ihr Atem verbreitet eine Art Frieden
Und er wünschte
Er könne ihr sagen, wie sehr er sie liebt.

Dann denkt er
Wie schnell dieses Glück verblassen kann
Und da ist die Angst
Sie könne eines Tages fort sein
Das Leben wäre sinnlos und verloren
Was wird sein, sollte trotz allem
Der Krebs gewinnen?

Und er dreht sich zu ihr
Sieht ihre Augen –es ist in Ordnung
Und er macht das Licht aus
Legt sich zurück und gibt ihr einen Gute-Nacht-Kuss.

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Die Stadt (Teil 4)

Der Klang meiner Schritte
Unterbricht die Stille der Nacht
Die Stadt mag für eine Weile Atem schöpfen

Über der Häuserschlucht
Verkündet bereits ein Silberstreifen einen neuen Tag
Ein einsamer Clown kreuzt meinen Weg.

Ein kurzer Blick in leere Augen
Meine Gedanken wandern zurück zu unserem ungeborenen Kind
Da sind diese Ängste tief in mir
Angst vor der Verantwortung
Angst, nicht damit zu Recht zu kommen
Angst, zu versagen, so wie mein Vater

Ich weiß, es ist Zeit, erwachsen zu werden
Es ist Zeit, den Dingen ins Auge zu sehen, die kommen werden
Es ist Zeit, meinen Weg nach Hause zu finden.

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Der Gaukler

Die Lichter waren verblasst, das Publikum war gegangen
Bedrohliche Stille bedeckte die Bühne, der Gaukler blieb allein zurück
Er wusste, er sollte zurück in die andere Rolle schlüpfen
Es wurde von mal zu mal schwerer, einen Weg auf die andere Seite zu finden
Ein Reisender zwischen zwei Welten
Auf der Suche nach sich selbst
Er fand nie ein Zuhause
Ein Teil von ihm war
Im Gestrüpp des Niemandslandes zwischen den Grenzen gefangen.

Er saß dort auf der Bühne, die Halle atmete schwer
Da war ein Wispern in der Dunkelheit, er dachte, er hörte ihre Stimme
Sie war seine einzige Liebe, aber seine Ruhelosigkeit ermüdete sie zu sehr
Eines Tages blieb sie zurück, er ging weiter und sah nicht zurück
Ein Reisender zwischen zwei Welten
Nicht länger nach einem Zuhause suchend
Ein Teil von ihm blieb immer zurück
Im Niemandsland
Zwischen den Grenzen

Zum Schluss verließ er die Halle, ging in die Nacht
Dunkle Wolken rasten über den Himmel, der Mond war herunter gefallen
Er weinte eine einzige Träne, sein Make-up begann zu verschmieren
Die letzte Reise eines Gauklers, für den es kein Ankommen gibt

Ein Gaukler zwischen zwei Szenen
Verlor sich im Niemandsland
Zwischen Realität und Traum
Ein Reisender zwischen zwei Welten
Verloren im Niemandsland
Zwischen den Grenzen

Die Sterne waren verblasst, jedermann war gegangen
Bedrohliche Stille bedeckte die Welt, ein Gaukler stirbt allein.

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Obst und Gemüse (Teil 2)

Irgendwo heult eine Sirene
Der Mann sieht seit Stunden auf seine Hände
Er versucht, sich nicht zu erinnern,
Versucht, sein Gehirn und seine Gedanken auszuschalten
Er versucht, nicht in seiner Wohnung herumzustarren
Versucht, die Fotos auf dem Regal nicht anzusehen.

Der Tag beginnt, er schüttelt die aufkommenden Erinnerungen ab
Gut, es ist Zeit, aufzustehen und zu tun, was er bereits seit Jahren tut
Er geht hinunter in seinen kleinen Lebensmittelladen
Und verkauft Früchte und Gemüse

Er bringt den Stand auf den Bürgersteig
Und arrangiert alles wundervoll
Er trinkt eine Tasse starken Mokkas –allein mit seinen Gedanken
Während er auf den ersten Kunden wartet.

Wird die junge Frau heute wieder erscheinen?
Diejenige, die immer so traurig aussieht
Die, mit der er es nicht schafft, ein paar Worte zu sprechen
Sie kommt nur herein, kauft zwei Orangen und hastet davon.

Er kann sich nicht selbst betrügen –die Erinnerungen kommen
Er geht hinaus vor seinen Laden, es hat aufgehört zu regnen
Die junge traurige Frau erscheint auf der Straße
Der Mann geht in seinen Laden zurück, und wartet wieder.

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